Wurzeln reichen zum Anfang des 20. Jahrhunderts

Lange Tradition, zukunftsweisende Produkte

Bahnbrechende Erfindungen, zukunftsweisende Produkte, kräftige Investitionen und eine weltbekannte Marke kennzeichnen die Geschichte von Bayer MaterialScience.

Genau genommen ist das Unternehmen noch jung – die Gründung als rechtlich unabhängiger Teilkonzern von Bayer erfolgte im Jahr 2004 im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung des Mutterkonzerns. Tatsächlich aber reichen die Geschäftsaktivitäten im Bereich Chemie und Kunststoffe bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts.

 


1906 Forschungsarbeiten zur Kautschuksynthese
Der Chemiker Fritz Hoffmann beginnt bei Bayer mit der Synthese von Kautschuk. Im Jahr 1910 beginnt der Hersteller Continental mit der Produktion von Autoreifen aus Methylkautschuk. Zu den ersten Nutzern gehört der deutsche Kaiser Wilhelm II.


1937 Otto Bayer erfindet die Polyurethane
Die zufallsbedingte Erfindung des Chemikers – der nicht mit Gründerfamilie des Bayer-Konzerns verwandt ist – revolutioniert die chemische Industrie. Durch Mischen zweier chemischer Stoffe gelingt es Otto Bayer, den ersten synthetischen Schaumstoff aus Polyurethan herzustellen. Wofür er sich verwenden lässt, bleibt zunächst ein Rätsel. Erst nach zehnjähriger Entwicklungsarbeit können maßgeschneiderte Werkstoffe aus Polyurethan gefertigt werden.


1953 Hermann Schnell entdeckt Polycarbonat
Im zentralen Forschungslabor in Krefeld-Uerdingen gelingt dem Bayer-Chemiker die Synthese von Polycarbonat  praktisch auf Anhieb. Das Ereignis findet außer in Fachkreisen jedoch kaum Beachtung. Doch fünf Jahre später schon nimmt Bayer die großtechnische Fertigung des transparenten und vielseitigen Hochleistungskunststoffs auf, der unter dem Markennamen Makrolon® bekannt wird.


1957 Bayer vollzieht den Wechsel zur Petrochemie
Bayer gründet zusammen mit der Deutschen BP in Dormagen die Erdölchemie GmbH und tritt damit in den petrochemischen Sektor ein.


1959 Chemie in der Mode
Im Jahr 1952 wird der leichte Weichschaumstoff Moltopren® als ideales Material für Polstermöbel der Öffentlichkeit vorgestellt. Schon kurz darauf verwendet ihn auch die Modeindustrie für die Bearbeitung  von Kleidung.


1962 Hartschaum in der Kühlkette
Hartschaum aus Polyurethan wird am Markt als Dämmstoff für Kühlgeräte eingeführt. Damit kann die Energieeffizienz von Kühlschränken erheblich gesteigert werden.


1963 Makrolon® hält Einzug in Küchen und auf Campingplätzen
Auf der Kunststoffmesse in Düsseldorf sind die Besucher fasziniert von den leichten Tellern, Tassen, Schalen und Schüsseln aus diesem bruchfesten Kunststoff, der in Küchen und Wohnwagen Einzug hält.


1967 K67 – das erste Kunststoffauto der Welt
Der von Bayer auf der Kunststoffmesse in Düsseldorf vorgestellte Sportwagen besteht fast vollständig aus verschiedenen Kunststoffen. Nur Motor, Getriebe und Räder sind aus Metall. Heute machen Kunststoffe beim Auto im Durchschnitt rund 15 Prozent des Gewichts aus – mit steigender Tendenz.


1982 Geburtsstunde der Audio-CD
Am 17. August läuft bei PolyGram die Herstellung der ersten CD (mit klassischer Musik) im technischen Maßstab an. Hierfür hatte Bayer eine spezielle Variante von Makrolon® entwickelt, die auch heute noch als Basismaterial für alle optischen Speichermedien Verwendung findet.


1982 Erster Autoscheinwerfer aus Makrolon®
Jahrzehntelang wurden Autoscheinwerfer aus Glas angefertigt. In den 1980er Jahren avanciert der durchsichtige Hochleistungs-Kunststoff Makrolon® dann zum Werkstoff der Wahl: leicht, widerstandsfähig und formbar. Der Trend beginnt in den USA und in Japan. In den 90ern setzt er sich auch in Europa durch. Denn in komplexe Karosserieformen lassen sich Scheinwerfer aus Glas meist nicht so ästhetisch einfügen.


2000 Nummer eins bei Polyurethan-Vorprodukten
Bayer übernimmt Teile des US-Wettbewerbers Lyondell Chemical. Damit steigt das Unternehmen beziehungsweise später Bayer MaterialScience zum weltweit größten Hersteller von Vorprodukten für Polyurethane auf.


2001 Erster Spatenstich in Shanghai
Der integrierte Bayer-Standort in Shanghai entsteht auf einem ehemaligen Reisfeld. Auf dem großflächigen Areal befinden sich heute hochmoderne Produktionsanlagen für Kunststoffe und Vorprodukte von Schaumstoffen und Lacken. Der Standort bildet den Investitionsschwerpunkt bei Bayer MaterialScience.


2004 Bayer MaterialScience unabhängig
Im Rahmen einer Umstrukturierung wird Bayer MaterialScience rechtlich unabhängig vom Mutterkonzern und folgt damit der Bayer CropScience AG, die bereits im Jahr 2002 ausgegliedert wurde.


2005 Chemiegeschäft geht teilweise an Lanxess
Als Ausgründung mit Börsennotierung entsteht am 28. Januar die Lanxess AG, die neben dem Kautschuk- auch Teile der Chemiegeschäfts von Bayer fortführt. Die meisten Geschäftsaktivitäten des Spezialchemieunternehmens befinden sich in Leverkusen, wo auch die Konzernzentrale angesiedelt ist. Der Name „Lanxess“ leitet sich aus dem französischen „lancer“ (in Gang bringen) und dem englischen „success“ (Erfolg) ab.


2007 Patrick Thomas wird Vorstandsvorsitzender
Seit dem 1. Januar ist Patrick W. Thomas Vorstandsvorsitzender der Bayer MaterialScience AG, zu der er im Jahr 2006 wechselte. Bereits zuvor hatte Thomas eine Reihe führender Positionen in der chemischen Industrie inne. Der im Jahr 1957 in Portsmouth geborene Brite hat an der Oxford University Ingenieurwesen studiert.


2010 Ausbau des China-Geschäfts
Das Unternehmen investiert in den folgenden Jahren nochmals eine Milliarde Euro in den Ausbau der Anlagen am Standort Shanghai. Hierdurch sollen die Produktionskapazitäten mehr als verdoppelt werden. Einschließlich des Ausbaus belaufen sich die Investitionen in das Werk insgesamt auf mehr als drei Milliarden Euro. Überdies wird die Zentrale des Geschäftsbereichs Kunststoffe von Leverkusen nach Shanghai verlegt.

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